Hochschulen entwickeln innovative Lernmaterialien

Das Projekt startet

Wie können ästhetisch arrangierte Materialien neue Lernräume für Kinder eröffnen? Mit dieser Frage startet das hochschulübergreifende Projekt „MAKE – Materialwelten im Maker Space“. Das Ziel besteht darin, innovative und praxisnahe Lernmaterialien und eine zukunftsweisende Lernumgebung für Kinder zu entwickeln. Dafür bündeln die HAWK am Standort Hildesheim und die HAW Kiel ihre Kompetenzen in den Bereichen Gestaltung und Kindheitspädagogik.

 

Im Zentrum von MAKE steht die Entwicklung innovativer Lernmaterialien, insbesondere Materialbuffets und Lerntabletts, die ästhetische Qualität mit pädagogischem Mehrwert verbinden. Dabei gehen kreative Praxis und wissenschaftliche Forschung Hand in Hand. Studierende aus Design sowie Kindheitspädagogik arbeiten interdisziplinär zusammen und bringen ihre Perspektiven aktiv in die Entwicklung ein. 

Wie können ästhetisch arrangierte Materialien neue Lernräume für Kinder eröffnen? Mit dieser Frage startet das hochschulübergreifende Projekt „MAKE – Materialwelten im Maker Space“. Das Ziel besteht darin, innovative und praxisnahe Lernmaterialien und eine zukunftsweisende Lernumgebung für Kinder zu entwickeln. Dafür bündeln die HAWK am Standort Hildesheim und die HAW Kiel ihre Kompetenzen in den Bereichen Gestaltung und Kindheitspädagogik.

„Ein zentrales Merkmal von MAKE ist der partizipatorische Ansatz: Studierende aus Gestaltung und Kindheitspädagogik werden aktiv in die Entwicklung, Erprobung und Reflexion der Materialien einbezogen. Damit wird das Projekt zugleich zu einem Lern- und Professionalisierungsraum, in dem angehende Fachkräfte und Gestaltenden ihre professionsbezogenen Perspektiven erweitern und an realen Entwicklungsprozessen mitwirken“, erklärt Projektleiterin Prof. Lena Sophie Kaiser.

Das Projekt leitet Prof. Lena Sophie Kaiser aus dem Studiengang Kindheitspädagogik an der Hildesheimer HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit gemeinsam mit Prof. Kathrin Hormann aus dem Studiengang Kindheitspädagogik der HAW Kiel und Prof. Franziska Junge aus dem Kompetenzfeld Grafikdesign der HAWK-Fakultät Gestaltung am Standort Hildesheim. Gemeinsam verantworten sie die fachliche, didaktische und strategische Ausrichtung.

Einen besonderen Impuls erhält MAKE durch die Zusammenarbeit von 3 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen mit komplementären fachlichen Zugängen: Die Produktdesignerin Mia-Marie Henze bringt ihre gestalterische Expertise in die Entwicklung der Materialien ein und sorgt dafür, dass diese ästhetisch überzeugen. Dr. Natalia Zalipyatskikh aus dem Bereich Literaturwissenschaften erweitert das Projekt um eine analytisch-reflexive Dimension und stärkt insbesondere die empirische Aufbereitung der Ergebnisse. Die Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Kindheitspädagogik Özge Deviris verantwortet die Bereiche Materialpädagogik und Lehrkonzeption und begleitet die Entwicklung, Umsetzung sowie Evaluation der Lernbuffets und Materialien in enger Verzahnung mit dem Projektprozess. 

„Unsere Zusammenarbeit eröffnet eine interdisziplinäre Perspektive, in der Gestaltung, Forschung und pädagogische Praxis produktiv ineinandergreifen und die Lehr-Lern-Praxis nachhaltig erweitern. Mit MAKE gestalten wir Lernräume, die Kreativität, Design und pädagogische Innovation verbinden, mit dem Ziel, praxisnahe und nachhaltige Bildungsressourcen zu entwickeln“, erklärt Özge Deviris.

Die entwickelten Prototypen erprobt das Projekt in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Hildesheim und Kiel, es begleitet sie zudem wissenschaftlich und optimiert sie kontinuierlich. Der Maker Space bildet dabei die zentrale Infrastruktur für Entwicklung, Erprobung und Austausch.

Ziel des Projekts ist, neue Wege in der frühkindlichen Bildung zu erschließen und durch kreative und kollaborative Ansätze nachhaltige Impulse für die Praxis zu setzen.

Die „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ fördert das Projekt , welches noch bis zum 31. März 2028 läuft.

Materialität und visuelle Narration im Dialog

Projekt MAKE gewinnt Impulse für ästhetisch pädagogische Bildungsprozesse

Wie lassen sich Materialität und visuelle Narration in ästhetisch-pädagogischen Bildungskontexten produktiv miteinander verschränken? Dieser Fragestellung widmeten sich die Professorinnen Franziska Junge von der Fakultät Gestaltung und Dr. Lena Sophie Kaiser von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen im Rahmen ihres Besuchs des Internationalen Comic-Salons Erlangen. 

 

Der Internationale Comic-Salon Erlangen zählt zu den zentralen Plattformen für Comic-Kunst, grafische Literatur und visuelle Narration im deutschsprachigen Raum. Mit seinem interdisziplinär ausgerichteten Programm aus Ausstellungen, Lesungen, Diskursformaten und Workshops fungiert das Festival zugleich als Reflexionsraum für aktuelle künstlerische, gesellschaftliche und bildungsbezogene Fragestellungen.

Ausgehend davon eröffnete der Aufenthalt in Erlangen für das Projekt „MAKE – Materialwelten im Maker Space“ der HAWK vielfältige fachliche Perspektiven. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die Frage, wie Bild, Material, Raum und Narration in ästhetischen und gestalterischen Bildungsprozessen ineinandergreifen. Visuelle Narrationen lassen sich in diesem Zusammenhang als grundlegende Modi kindlicher Weltaneignung beschreiben: Indem Kinder bildliche, materielle und szenische Ausdrucksformen miteinander verknüpfen, strukturieren sie Erfahrungen, entwickeln Deutungen und erweitern ihre Imagination.

In diesem Zusammenhang gewann der Besuch insbesondere im Kontext des Kinder- und Familienprogramms des Comic-Salons an Bedeutung. Mit dem Format „Kinder lieben Comics“ etabliert das Festival eigenständige Räume ästhetischer Praxis, in denen junge Besucher*innen über Workshops, offene Werkstätten und Mitmachangebote aktiv in gestalterische Prozesse eingebunden werden. Diese Formate veranschaulichen exemplarisch, wie niedrigschwellige Zugänge zur Verbindung von Narration und Materialität gestaltet werden können und bieten damit konkrete Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung des Projekts MAKE. 

„Der Comic-Salon hat eindrucksvoll gezeigt, wie visuelle Narration als verbindendes Element zwischen Materialität, Raum und Bildungsprozessen wirksam werden kann. Insbesondere die Offenheit der Formate und die Orientierung an eigenständiger gestalterischer Praxis liefern uns wesentliche Impulse“, erläutert Prof. Franziska Junge. 

MAKE verbindet Perspektiven aus Gestaltung, Kindheitspädagogik und Hochschuldidaktik. Ziel ist die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernformate, die offene Erkundungsprozesse, kreative Praxis und forschendes Lernen miteinander verschränken. Die in Erlangen gewonnenen Eindrücke unterstreichen dabei die zentrale Bedeutung interdisziplinärer Impulse für die Konzeption und Weiterentwicklung solcher Bildungsräume.

Insgesamt wird deutlich, dass der Internationale Comic-Salon sowohl als Forum aktueller Entwicklungen der visuellen Kultur dient als auch einen produktiven Referenzrahmen für die Frage bietet, wie ästhetische Praxis, Materialität und Narration in Bildungszusammenhängen systematisch und nachhaltig miteinander verbunden werden können.

Future Skills im Fokus

Das University:Future Festival 2026 eröffnet neue Perspektiven

Welche Strategien benötigen Hochschulen, um in Zeiten tiefgreifender Veränderungen handlungsfähig zu bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich das University Festival 2026 unter dem Motto „Under Pressure“. Veranstaltet wurde das Event vom Hochschulforum Digitalisierung-, der Stiftung Innovation in der Hochschullehre und dem Stifterverband. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt MAKE – Materialwelten im Maker Space nahm Özge Deviris teil und gewann wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts.

 

Das Festival zeigte, wie stark Hochschulen zwischen Veränderungsdruck und Gestaltungsmöglichkeiten stehen. Zentrale Themen waren Digitalisierung, gesellschaftlicher Wandel und neue Anforderungen an Lernprozesse. Besonders im Fokus standen Future Skills wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Kollaboration und ein reflektierter Umgang mit neuen Technologien. Diese Kompetenzen gelten als entscheidend, um Studierende auf komplexe Arbeits- und Lebenswelten vorzubereiten und entwickeln sich besonders in flexiblen, praxisnahen und interdisziplinären Lernsettings.

Aktuelle Kompetenz- und Lernframeworks im Kontext transformativer Hochschulbildung greifen diese Ansätze auf: Sie betonen handlungsorientiertes Lernen, Selbstwirksamkeit sowie die Verbindung von Theorie und Praxis. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Wunsch nach interdisziplinärer Zusammenarbeit groß ist, strukturelle Rahmenbedingungen diese jedoch häufig begrenzen. Eine zentrale Frage für die Hochschulentwicklung bleibt daher: Wo entstehen Freiräume, in denen Interdisziplinarität tatsächlich gelebt werden kann?

Diese Perspektiven sind für MAKE besonders relevant, da das Projekt genau an diesen Schnittstellen ansetzt. Der Maker Space bietet einen experimentellen Lernraum, in dem Studierende Future Skills praktisch erproben können – durch eigenständige Projektarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und exploratives Arbeiten mit Materialien. Offene Formate ermöglichen es, komplexe Inhalte zugänglich zu machen und neue Denk- und Arbeitsweisen zu entwickeln.

Die Teilnahme am Festival bot die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen und Ansätze aus der Hochschul- und Maker-Community kennenzulernen und zu reflektieren. Besonders Erkenntnisse zu resilienten Lernumgebungen, innovativen Lehrmethoden und Kompetenzentwicklung liefern wichtige Impulse für MAKE. Der Austausch mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Praxis eröffnete zudem neue Perspektiven für Kooperationen.

Vor dem Hintergrund des Mottos „Under Pressure“ wird die Bedeutung des Maker Space als offener Lern- und Experimentierraum besonders sichtbar: „Gerade in Phasen erhöhten Veränderungsdrucks wird deutlich, wie essenziell Räume sind, die Explorieren und kreatives Experimentieren ermöglichen – ebenso wie das kritische Verwerfen von Ansätzen und das Entwickeln neuer Perspektiven. Maker Spaces schaffen hierfür die notwendigen Freiräume – sowohl im übertragenen als auch im physischen Sinn – und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Hochschulbildung“, so Özge Deviris.

Förderung

Ziel des Projekts ist, neue Wege in der frühkindlichen Bildung zu erschließen und durch kreative und kollaborative Ansätze nachhaltige Impulse für die Praxis zu setzen.

Die „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ fördert das Projekt , welches noch bis zum 31. März 2028 läuft.